Wodka (hergeleitet vom slawischen Wort vodka, das ein Diminutiv vom Wort voda für „Wasser“ ist) ist eine meist farblose Spirituose mit einem Alkoholgehalt von 27,5 bis 80 Volumenprozent. Er zeichnet sich besonders durch fast neutralen Geschmack und das Fehlen von Fuselölen, Aromen oder anderen fermentierten Stoffen (außer dem Alkohol selbst) aus. Er wird entweder pur getrunken oder in Cocktails vermischt.
Rohstoffe
Wodka kann aus sehr unterschiedlichen, kohlenhydrathaltigen Ausgangsstoffen hergestellt werden. Meist wird Getreide verwendet, aber auch Kartoffeln und Melasse sind üblich. In den meisten Ländern gibt es keinerlei spezielle Beschränkung der möglichen Rohstoffe für Wodka, sofern diese für die Herstellung von Spirituosen im allgemeinen zugelassen sind. So wird beispielsweise in Australien, Italien oder den Vereinigten Staaten Wodka mitunter aus Weintrauben produziert.
Fordrungen nach Reinheitsgebot
Polen und mehrere nordeuropäische Länder fordern, dass echter Wodka lediglich aus Kartoffeln, Getreide und allenfalls aus Rübensirup (Melasse) hergestellt werden dürfe Ein solchen Reinheitsgebot gibt es schon in Russland und der Ukraine (weltweit vor der EU die größten Wodka-Produzenten). Der Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit des Europaparlaments einigte sich jedoch am 30. Januar 2007 auf den Bericht des deutschen CDU-Abgeordneten Horst Schnellhardt, dass beim Brennen von Wodka auch andere Substanzen verwendet werden dürfen. Allerdings müsste der Ursprungsstoff im Namen getragen werden.
Getreide
Das traditionelle Getreide zur Wodka-Herstellung in Osteuropa ist bis heute Roggen. Daraus hergestellter Wodka schmeckt lieblich, weich, mild leicht süßlich; daher gilt er als der beste Ausgangsstoff. In westlichen Ländern wird oft Weizen sowie in Skandinavien zum Teil auch Gerste verwendet. Andere Getreidesorte, wie Mais oder Reis gehören nicht zu den traditionellen Rohstoffen und werden selten verwendet, wobei Reis allerdings in jüngerer Zeit bei einigen in Europa eher unbekannten asiatischen Wodkaherstellern Verbreitung gefunden hat.
Kartoffeln
Kartoffeln werden seit dem 19. Jahrhundert verwendet. Der Geschmack des daraus gewonnenen Wodkas ist gewöhnlich schwerer und süßlicher als der des aus Weizen destillierten Wodkas. Vor allem in Polen und der Ukraine werden Wodkas aus Kartoffeln hergestellt.
Herstellung
Der erste Schritt zur Wodka-Gewinnung ist das Einmaischen, die Herstellung der so genannten Maische, einer bierähnlichen Flüssigkeit mit niedrigem Alkoholgehalt. Dazu wird der Rohstoff zerkleinert, mit Wasser versetzt und leicht erhitzt. Dabei wird Stärke in Zucker umgewandelt. Der nun süßen Maische (der Würze) wird Gärhefe hinzugefügt, um die Gärung in Gang zu setzen. Beim Gären wird der Zucker in der Maische in Alkohol umgewandelt, bis zu einem Gehalt von 6 – 7 % Vol. Alkohol. Beim Brennen wird daraus der so genannte Rohalkohol gewonnen. Der Brennvorgang wird stufenweise wiederholt, um die Produktqualität zu verbessern. Der Brennprozess findet dabei kontinuierlich statt, das Maischen hingegen geschieht in Chargen.
Um den Wodka möglichst geschmacksneutral herzustellen, wird das Destillat anschließend gefiltert. Dabei werden Begleitaromen entfernt. Dazu wird die Flüssigkeit durch Säulen mit Aktivkohle gepumpt, die die unerwünschten Aromastoffe an sich binden. Auch biologisch durch Milcheiweiß, durch Einfrieren und Ausfällen von Verunreinigungen und elektrisch kann das Destillat gefiltert werden. Abschließend werden die verbliebenen Schwebeteilchen mit Hilfe von sehr feinem Filterpapier entfernt. Die Qualität des Filterprozesses ist entscheidend für die Qualität des Endproduktes. Diese Neutralisierung des Geschmacks durch einen Filterprozess unterscheidet den Wodka von Kornbrand.
Neben den reinen oder puren Wodkas werden inzwischen auch aromatisierte Wodkas hergestellt, indem das Destillat oder der puren Wodka mit Früchten, Gewürzen, Extrakten oder Essenzen angesetzt oder Aromaöle hinzugegeben werden. Die häufigsten Aromatisierungen sind die Typen Zitrone/Lemon oder Schwarze Johannisbeer (oft englisch Black Currant), die es mittlerweile von den vielen größeren Marken gibt.
Eine Reifung nach dem Brennen ist nicht erforderlich. De Lagerung bis zur Abfüllung geschieht in Glas-, Sein- oder Edelstahltanks. In einem letzten Arbeitsgang wird der Wodka mit Wasser auf Trinkstärke verschnitten; sie beträgt Deutschland meist 37,5 oder 40 % Vol. Traditionell hat Wodka seit Mendelejew 40 % Volumen Alkohol. Moderne Marken schwanken jedoch zwischen 37,5 % (z.B. Smirnoff) und 56 % (Krepkaya), wobei unverdünnt getrunkene Sorten für gewöhnlich 45 % nicht überschreiten. Das Wasser wird vor der Zugabe meistens ebenfalls gefiltert, bei Premiummarken noch weiter veredelt. Dann wird der Wodka abgefüllt.
Wodkagefäße
Wodka wird üblicherweise in Flaschen verkauft. In Russland gibt es Wodka neben den üblichen 0,5 l Flaschen auch sehr oft in kleinen Flaschen mit 0,25 l Inhalt. Ebenfalls gibt es kleine Gläser mit Einwegverschluß sowie Plastikbecher mit 0,1 l Inhalt.
Konsum
Wodka wird in Russland wie auch in Polen meist im Rahmen einer langen Mahlzeit konsumiert. Meist werden viele kleine kalte oder warme Speisen, etwa eingelegte Pilze, Salzgurken, Fleischbällchen, Kartoffelpüree, Roggenbrot und Butter, säuerliches (nicht zu süßes) Obst etc. über einen Tisch verteilt, und jeder isst etwas, während zwischendurch immer wieder ein Wodka getrunken wird. Ebenfalls gehört sehr oft eine halbe Zitronenscheibe dazu, ähnlich wie beim Tequila. Traditionell fassen die Gläser etwa hundert Gramm Wodka (etwa 0,1 Liter), fünfmal soviel wie deutsche Schnapsgläser. Diese traditionellen Gläser wurden jedoch seit dem Ende der Sowjetunion in Osteuropa allmählich von Schnapsgläsern des westlichen Typus verdrängt. Beim Trinken hält man die Luft an und trinkt das Glas auf einen Zug aus, anschließend atmet man tief aus und isst etwas. Wodka ohne Gesellschaft zu trinken, ist in Russland und Polen verpönt und gilt als Zeichen von Alkoholismus.
In den traditionellen Herstellungsländern wird Wodka gern pur und eiskalt getrunken. In westlichen Ländern wird Wodka daneben mitunter gern zum Mixen von Cocktails und Longdrinks verwendet. So wird Wodka zum Beispiel mit Orangensaft („Screwdriver“), sonstigen Fruchtsäften oder mit Limonaden gemixt. Unerlässlich ist er für die Zubereitung einer Bloody Mary durch seinen neutralen Geschmack. Der in den USA entwickelte Cocktail Moscow Mule trug zum Erfolg des Wodkas in den USA ab den 1950er Jahren einen großen Teil bei.
Da Wodka zu den sehr wenigen alkoholischen Getränken gehört, die keine Glykole (Zucker) enthalten, entwickelt sich kaum Atemgeruch (die sogenannte „Fahne“). Vergessen wird dabei jedoch meist, dass auch nur der geringste Konsum eines zuckerhaltigen Getränks, beispielsweise gezuckerter Kaffee oder Tee, diesen Effekt vollkommen aufhebt. Selbstverständlich erkennen Alkohol-Testgeräte der Polizei jeglichen Konsum von Wodka genau so wie bei anderen alkoholischen Getränken.